Die Fromme Helene

Wilhelm Busch – Die fromme Helene

Nacherzählung

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Die Bildergeschichte „Die fromme Helene“ von Wilhelm Busch erzählt mit viel Humor und schwarzem Humor vom Leben der jungen Helene. Dabei macht Busch sich über scheinbare Frömmigkeit, strenge Moral und bürgerliche Regeln lustig.

Helene ist ein junges Mädchen, das bei ihren Verwandten Franz und Line aufwächst. Sie soll ein ordentliches und frommes Mädchen sein. Ihre Tante und ihr Onkel achten deshalb sehr darauf, dass Helene sich richtig benimmt und die gesellschaftlichen Regeln einhält.

Helene ist jedoch nicht besonders glücklich mit diesem Leben. Sie ist neugierig und lässt sich leicht von anderen Menschen beeinflussen. Besonders ihr Cousin Franz führt sie in eine Welt ein, in der es weniger um Tugend und mehr um Vergnügen geht.

Helene beginnt, sich immer stärker für schöne Kleidung, Männer und Vergnügen zu interessieren. Dabei gerät sie immer wieder in Situationen, die nicht zu dem Bild eines „frommen“ Mädchens passen.

Schließlich heiratet Helene einen wohlhabenden Mann. Sie glaubt, dass sie nun ein bequemes und glückliches Leben führen kann. Doch auch die Ehe bringt ihr nicht das erwartete Glück.

Helene führt weiterhin ein Leben, bei dem sie sich wenig um die moralischen Regeln ihrer Umgebung kümmert. Sie trinkt, feiert und lässt sich auf verschiedene Beziehungen ein. Ihr Leben wird dadurch zunehmend chaotisch.

Auch ihre Frömmigkeit bleibt nur äußerlich. Sie versucht zwar immer wieder, nach den Regeln ihrer Umgebung zu leben, handelt aber oft genau anders.

Am Ende nimmt Helenes Leben eine tragische Wendung. Sie wird von einer Kerze, die sie nicht richtig gelöscht hat, überrascht. Ein Feuer bricht aus und Helene kommt dabei ums Leben.

Die Geschichte endet damit, dass Helene nach ihrem Tod als Beispiel für ein „frommes“ Leben dargestellt wird. Gerade darin liegt Buschs Ironie: Die angeblich fromme Helene hat keineswegs so gelebt, wie es die strenge bürgerliche Moral verlangt.

Wilhelm Busch macht sich mit der Geschichte über eine Gesellschaft lustig, in der Menschen nach außen fromm und anständig erscheinen wollen, während ihr tatsächliches Leben ganz anders aussieht.

Die Geschichte zeigt deshalb, dass äußere Moral und echtes menschliches Verhalten nicht immer übereinstimmen. Busch erzählt die Geschichte humorvoll und übertrieben, gleichzeitig ist seine Kritik an der Gesellschaft deutlich.


Bekannte Zitate und Verse aus dem Text

  • Der Likör-Vers:„Es ist ein Brauch von Alters her:
    Wer Sorgen hat, hat auch Likör.
    Doch wer zufrieden und vergnügt,
    sieht zu, daß er auch welchen kriegt.“
    (Aus dem Kapitel „Versuchung mit Ende“)
  • Über das Gute und das Böse:„Das Gute – dieser Satz steht fest –
    ist stets das Böse, was man läßt!“
    (Aus dem Schluss der Geschichte)
  • Über die Medien:„Ach, die sittenlose Presse!
    Tut sie nicht in früher Stund
    all die sündlichen Exzesse
    schon den Bürgersleuten kund?!“
  • Aus dem Finale (Helenes Ende durch Petroleum):„Gefährlich ist des Freundes Nähe.
    O Lene, Lene! Wehe, wehe! […]
    Und hilflos und mit Angstgewimmer
    verkohlt dies fromme Frauenzimmer.“

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